Wie viele Stempel sollte eine Treuekarte haben?
Acht — der perfekte Wert für die meisten Cafés. Stammkunden schaffen die Karte in etwa zwei Wochen. Specialty-Cafés können mit 6 arbeiten. Ab 10 geben die meisten auf. So findest du die richtige Zahl.


Acht. Das ist der perfekte Wert für die meisten Cafés. Ein Stammkunde, der täglich kommt, schafft die Karte in etwa zwei Wochen — lang genug, damit sich die Belohnung verdient anfühlt, kurz genug, damit er nicht mittendrin aufgibt. Specialty-Cafés mit höheren Preisen können auch mit 6 arbeiten. Ab 10 kommen die meisten Kunden einfach nie ans Ziel.
Macht die Anzahl der Stempel wirklich einen Unterschied?
Einen größeren, als du denkst. Zu wenige — und die Belohnung fühlt sich „geschenkt" an. Kunden schätzen etwas nicht, wofür sie kaum etwas tun mussten. Zu viele — und die Motivation ist weg, bevor sie es schaffen. Das Ziel muss nah genug sein, dass man dranbleibt.
Costa Coffee hatte jahrelang ein kompliziertes Punktesystem, bevor sie auf eine simple Stempelkarte „Kauf 8, bekomm 1 gratis" umgestellt haben. Das Ergebnis? 16 % mehr Transaktionen. Nicht weil sich die Belohnung geändert hat — sondern weil der Weg dahin plötzlich klar war.
Welche Zahl passt zu meinem Geschäft?
Das hängt davon ab, wie oft deine Kunden vorbeikommen und wie viel sie bei dir lassen:
| Geschäftstyp | Stempel | Warum? |
|---|---|---|
| Cafés / Coffeeshops | 8 | Stammkunden schaffen es in ~2 Wochen. Der Rhythmus passt. |
| Specialty- / Premium-Cafés | 6 | Höherer Bon = weniger Besuche nötig für die Belohnung. |
| Restaurants | 6–8 | Seltenere Besuche — weniger Stempel halten das Ziel erreichbar. |
| Friseursalons / Barbershops | 6–8 | Besuche alle 2–6 Wochen. Mehr als 8 und das Sammeln dauert ewig. |
| Saftbars / Bäckereien | 8–10 | Mittlere Besuchshäufigkeit. 10 funktioniert, wenn die Belohnung großzügig ist. |
Die Faustregel ist einfach: Je seltener jemand vorbeikommt, desto weniger Stempel braucht er. Ein Café-Stammgast, der jeden Morgen kommt, packt 8 locker. Eine Friseurkundin, die einmal im Monat kommt, braucht 6 — sonst zieht sich die Karte über ein halbes Jahr.

Was hat es mit den 2 Startstempeln auf sich?
Gib deinen Kunden beim ersten Besuch 2 Stempel — und die Chance, dass sie die Karte voll machen, verdoppelt sich. Klingt, als würdest du etwas verschenken — ist es aber nicht. Der Kunde kauft trotzdem genauso viele Kaffees, um die Belohnung zu bekommen. Er fühlt sich nur von Anfang an näher am Ziel, und dieser Schwung hält ihn am Ball.
Stell dir einen Ladebalken vor. Niemand will bei null anfangen. Wenn du siehst, dass der Balken schon zu 20 % gefüllt ist, willst du ihn voll machen. Dieses „Ich will das zu Ende bringen"-Gefühl ist oft sogar stärker als der Wunsch nach dem Gratis-Kaffee selbst.

Du brauchst nicht Tausende Kunden. Du brauchst, dass die, die du schon hast, immer wiederkommen.
Kosten mich weniger Stempel nicht mehr an Gratisprodukten?
Das ist die häufigste Sorge — und sie ist genau falsch herum. Eine volle 8-Stempel-Karte bedeutet, dass ein Kunde 8 Mal bei dir war. Das sind 7 bezahlte Einkäufe für 1 Gratisgetränk. Die Besuche sind ein Vielfaches wert von dem, was du verschenkst.
Vergleiche das mit einer 12-Stempel-Karte, bei der der Kunde bei Stempel 5 aufgibt und nie wiederkommt. Du hattest weniger Besuche und hast nichts verschenkt — aber du hast den Kunden verloren. Die „günstigere" Karte hat dich am Ende teurer zu stehen bekommen.
Die Karte, die voll gemacht wird, ist immer mehr wert als die Karte, die in der Schublade landet.
Stempel oder Punkte?
Für die meisten kleinen Betriebe: Stempel. Sie sind einfacher, verlieren bei Preiserhöhungen nicht an Wert, und dein Team muss an der Theke nichts erklären. Wenn du nicht weißt, was besser passt, haben wir einen ausführlichen Vergleich. Kurzfassung: Fang mit Stempeln an. Punkte kannst du später immer noch einführen.
Und Papierkarten — ist die Zahl da auch wichtig?
Die Zahl ist wichtig — aber das Format ist wichtiger. Weniger als eine von acht Papierkarten wird je vollständig abgestempelt. Wenn du über den Wechsel von Papier auf digital nachdenkst, haben wir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Kurzfassung: Biete beides parallel an — die Kunden wechseln von selbst. Eine digitale Karte im Wallet geht nicht verloren, und dein Kunde sieht seinen Fortschritt jedes Mal, wenn er das Handy entsperrt.

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